Toledo – Exil 1

Datum: Mitte Juli, ca. 1 Woche

Hotel: Kleine Pension am Stadttor

Toledo war das große Highlight meines ersten Exils – das ultimative Ziel. Ursprünglich wollte ich schon in Cádiz El Greco sehen, aber es hat noch ein dreiviertel Jahr gedauert, bis ich endlich hier war. Ich reiste von Madrid aus per Zug nach Toledo und musste meine Bastelschere abgeben, die sie zunächst argwöhnisch betrachteten. Für mich war klar: wichtiger ist, dass ich den Greco sehe.

Das erste Gefühl in der Stadt war überwältigend: eine kleine Pension am Stadttor, Hitze von etwa 35 °C, braune Erde, weite Landschaft, Olivenbäume, glühende Sonne. Abends saß ich am Fluss, letzter Joint in der Hand, blickte in den Sternenhimmel und fühlte ein tiefes, großes Erfolgsgefühl. Faust ballen, Arm runter, yeah – ich hatte es geschafft.

Ich besuchte das Greco-Museum, die Kathedrale und die Kirche Santo Mano mehrfach, hinterließ kleine Zeichen auf Bänken als Erinnerung für mögliche Rückkehr. Abends und nachts wanderte ich am Fluss entlang, genoss die Stille und die Stadt in ihrer ganzen Schönheit. Toledo war ein Ort voller Magie, Erinnerung und Übergang: Ich hatte mich hier bereits offenbart und begann, meine neue Gestalt bewusst zu erleben, die alten Schatten zu überschreiben und meine Transition weiter anzunehmen.

Diese Woche in Toledo war emotional, inspirierend und künstlerisch aufgeladen – ein zentrales Kapitel meines Exils, das sich in Erinnerung, Kunst und Ritualen widerspiegelt.

Warenkorb
Nach oben scrollen