Am 24.10. markierte die Ausstellung „The Song of My Desire“ in Wolfsberg den Auftakt von Exil III.
Die Soloausstellung von Verena Vesta versammelt Arbeiten aus einem Zeitraum von rund zehn Jahren und bildet zugleich Abschluss und Übergang: das Ende einer ersten Schaffensphase und den Beginn einer neuen, internationalen Bewegung.
Die Ausstellung versteht Malerei als innere Bewegung, als Rhythmus und Verdichtung.
Exil III führt diese Linie weiter — räumlich, musikalisch und bildnerisch.
Ich arbeite mit Stimmen, die mir begegnet sind.
Mit Sätzen von Kurator*innen, mit Gedanken anderer Maler, mit Liedern, die mich über Jahre begleitet haben. Nicht als Zitate, nicht als Referenzen, sondern als Material, das sich im Inneren ablagert.
Was mich interessiert, ist nicht der Ursprung dieser Stimmen, sondern ihre Tragfähigkeit. Ob sie etwas halten. Ob sie bleiben. Alles, was nicht trägt, verschwindet wieder. Was bleibt, wird verwandelt.
Meine Bilder entstehen aus diesem Prozess. Sie sind keine Illustrationen von Ideen, sondern Verdichtungen von Erfahrung. Ich versuche, etwas auf das Bild zu übertragen, das unabhängig von mir weiterwirkt – so wie Lieder weiterlaufen, auch wenn man sie gerade nicht hört.
Ich bin viel unterwegs. Ich lebe nicht umgeben von meinen Bildern. Deshalb baue ich mir eine innere Galerie.
Die Bilder sollen in mir präsent sein können, auch wenn sie physisch nicht da sind. Sie sollen als Bildstimmen funktionieren: verfügbar, wiederkehrend, verlässlich.
Große Bilder gehen nicht weg. Man kann zu ihnen zurückkehren.
Diese Qualität interessiert mich.
Vielleicht werde ich eines Tages, als alte Frau, in Museen reisen und meinen eigenen Bildern wieder begegnen. Nicht aus Nostalgie, sondern wie einem Wiedersehen. Bis dahin müssen sie ohne Wand bestehen können.
Darauf arbeite ich hin.



