Blick in den nächtlichen Hauptbahnhof Graz mit leuchtenden Bögen und Zügen – Symbol für Aufbruch und Exilreise von Verena Vesta

The Fugitive Horizon

Ein harter Dienstag zwischen Gegenwind und Gebirge: vom Sandkasten meiner Kindheit zum Alpenmeer aus Stein – und ein Horizont, der flieht und doch ruft.

Ölstudie 'The Door' auf schwarzem Tonpapier – ein dunkler Eingang ins Licht
The Door (Öl auf schwarzem Tonpapier). Stellvertretend für Exil III – die Tür, die aufgeht, wenn der Horizont flieht.

Montagabend, irgendwo hinter Dillingen. Unter einer alten Linde finde ich meinen Schlafplatz. Ein Stein erinnert an zwei Piloten, die 1995 hier ums Leben kamen. Dieses Datum trifft mich: 1995 – das Jahr meiner ersten großen Radtour. Goldener Herbst, Bobingen nach Oberstdorf, über die Molasse-Hochfläche, von Gletschern gezeichnete Böden, Wälder, Täler. Es sind meine Bildwurzeln, die mich bis heute begleiten.

Der harte Dienstag. Münsterhausen → Rammingen → Bad Wörishofen → Kaufbeuren → Füssen → Pinswang. Gegenwind, schweres Rad, Schmerzen – und doch diese Landschaft, bizzarr und schön, wie geformt im Sandkasten der Kindheit. Berge wie Wellen aus Stein, der Horizont zieht sich zurück und lockt zugleich.

Der Horizont flieht. Ich folge – klein im Körper, groß im Blick.

Geologie & Mythos. Der Alpenhorizont, eine Welle aus Plattenstößen, Eis und Wasser. Die Alpen heben sich, das Wasser trägt sie ab, die Gletscher formen sie. Ich fahre durch Millionen Jahre Erdgeschichte – als kleines Äffchen im Gegenwind – und werde doch größer in mir.

Exil III. „The Fugitive Horizon“ ist der Ruf, „The Door“ ist die Klinke: ein Bild, ein Eingang, eine Entscheidung. Hinter der Tür wartet Mexiko. Ich notiere: Der Horizont ist Flucht und Versprechen zugleich.

Route (Dienstag)

  1. Münsterhausen
  2. Rammingen
  3. Bad Wörishofen
  4. Kaufbeuren
  5. Füssen
  6. Pinswang (Österreich)

Die Tür öffnen

Das zugehörige Bild „The Door“ ist im Shop erhältlich.

Zum Werk „The Door“

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