Pau – Exil 1
Datum: 2 Wochen, Hochsommer
Hotel: Gramont, mit Bergblick
Pau war meine Station nach extremer Hitze aus Spanien. Das subtropische Klima war wunderbar warm, das Hotel Gramont bot einen herrlichen Blick auf unberührte Landschaften und die Berge.
Ich unternahm lange Wanderungen an einem Fluss entlang, oft auf gut Glück, bis ich auf eine Brücke stieß, die den Rückweg ermöglichte. Dabei entstand die Erkenntnis, Kreuzungen und Übergänge nicht zu überfliegen – eine gute Metapher für den Flow des Lebens, der oft in die falsche Richtung drängen kann, wenn man ihn unachtsam verfolgt.
In der Stadt erkundete ich die tiefer gelegenen Stadtteile, wo früher Flüsse verliefen. Ich ging viel spazieren, ließ mich ärztlich untersuchen, genoss das Frühstück täglich und kaufte schließlich einen gelben Koffer, der mich auch im zweiten Exil treu begleiten sollte.
Eine besonders eindrucksvolle Erfahrung war eine Zirkusnummer bei 40 °C: Menschen in aufwändigen Kostümen kletterten kopfüber an einer Stange entlang, bremsten kurz vor dem Boden – spektakulär und eindrücklich.
Zwischen Begegnungen, kleinen Dramen und Spaziergängen vergingen zwei intensive Wochen voller Eindrücke, die sowohl Körper als auch Geist forderten und beflügelten.