Pau I: Zwischen Fluss, Rückkehr und temporärem Atelier

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Chronologische Fotoserie aus Pau im Spätsommer 2023: Busfahrt von Bilbao nach Pau, Ankunft im Hotel, eine efeuumrankte Figur am Straßenrand, Blick in einen Innenhof mit Magnolie und alten Ziegeldächern, improvisiertes Atelier im Hotelzimmer mit Büchern, Zeichnungen und Kleidungsstücken, urbane Spaziergänge entlang des Flusses Gave de Pau mit Vegetation, Graffiti, verlassenen Gebäuden, Skatepark und Brücken, Lichtstimmungen im Schlosspark, geometrische Gartenanlagen, Spiegelungen im Wasser, Blick auf die Pyrenäen sowie Wege und Treppen durch historische Siedlungsstrukturen. Die Serie verbindet Reise, Erinnerung, frühere Spanienreisen, künstlerische Arbeit und Motive von Rückkehr und Orientierung.

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Anfang August in Pau. Die Reise beginnt mit einer Busfahrt von Bilbao entlang jener Strecke, die Jahre zuvor bereits Teil einer erschöpfenden Nachtfahrt gewesen war: 2016, mit Fahrrädern im Transporter Richtung Baskenland, verlorenen Akkus, Umwegen und dem Gefühl, durch dieselben Räume mehrfach zu reisen.

Vor Pau lagen Monate des Unterwegsseins: Granada, Madrid, Toledo, Museumsbesuche bei El Greco und lange Phasen zwischen Arbeit, Wandern und Zeichnen. In Pau entsteht daraus ein kurzer Ruhepunkt. Das Hotelzimmer wird zu einem temporären Atelier. Bücher, Notizen, Kleidungsstücke und Fundstücke aus anderen Städten werden arrangiert wie Spuren eines mobilen Archivs.

Die Bilder folgen Spaziergängen entlang des Flusses und durch die Stadt: Graffiti hinter dem Bahnhof, verlassene Gebäude, Vegetation, Skateparks, Brücken und Schlossanlagen. Immer wieder tauchen geometrische Beziehungen auf zwischen Architektur, Wasser, Licht und Wegen. Der tägliche Gang durch den Schlosspark wird zu einer Art Routine.

Mehrfach erscheinen Motive des Wiederfindens: Orte, die bereits Jahre zuvor durchquert wurden, Gegenstände, die aus anderen Exilen zurückkehren, und Landschaften, die weniger dokumentiert als ertastet wirken. Pau erscheint dabei nicht als touristischer Ort, sondern als Zwischenraum aus Bewegung, Erinnerung und stiller Arbeitszeit.

  • Busfahrt Bilbao → Pau (Route aus 2016, Nachtfahrt mit Fahrrädern)
  • Temporäres Atelier im Hotelzimmer
  • Spaziergänge: Fluss, Graffiti, Skatepark, Brücken, Schlosspark
  • Blick auf die Pyrenäen
  • Motive: Wiederfinden, Rückkehr, mobiles Archiv

Pau II: Nachtgänge, Gerüste und das Finden einer Form

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Chronologische Fotoserie aus Pau im August 2023: nächtliche Spaziergänge durch die Hédas-Unterführungen mit Lichtprojektionen, Flusslandschaften entlang des Gave de Pau, Fahrradwegweiser Richtung Lourdes und Orthez, gepflegte Schlossgärten mit Heckenarbeitern, Mauern und Vegetation, urbane Details wie Kabelstrukturen, Renovierungsrutschen und Miniaturmodelle des Schlosses, Spinnennetze im Park, Straßenfeste mit Akrobatik und Zirkusperformances, Schattenaufnahmen und Efeustrukturen, Menschen in der Innenstadt, architektonische Übergänge zwischen Altstadt, Flussbett und Bahnhof sowie Atelier- und Arbeitsansichten aus dem Hotelzimmer. Die Serie verbindet Ruhe, körperliche Erholung, intensive Wahrnehmung und das Gefühl, in der Landschaft und Arbeitsweise eine neue formale Sprache zu entdecken.

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Pau wird in diesen Tagen weniger zur Station als zu einem Zustand. Die Stadt entfaltet sich zwischen Nachtspaziergängen, Schlosspark, Unterführungen und Flusswegen. Immer wieder tauchen Formen auf, die später in Arbeiten zurückkehren: Kabelnetze wie offene Nervensysteme, Spinnennetze als geometrische Grundstrukturen, Mauern mit figurativen Einschlüssen oder die industrielle Bauschuttrutsche als fast skulpturales Objekt.

Die Wege entlang des ehemaligen Flussbetts und unterhalb der Altstadt erzeugen das Gefühl, durch mehrere Schichten gleichzeitig zu gehen: Stadt über Landschaft, Geschichte über Infrastruktur, Erinnerung über Gegenwart. Viele Motive werden nicht als Sehenswürdigkeiten betrachtet, sondern als mögliche Bildräume oder zukünftige Eingriffe. Einige Orte verbinden sich bereits während des Gehens mit älteren Zeichnungen und späteren Arbeiten.

Im Hotel entsteht parallel ein provisorisches Atelier. Bücher, Zettel, Malereien und Fundstücke verdichten sich zu einem Arbeitsfeld, das eher einem Denkraum als einem klassischen Studio ähnelt. Rückblickend erscheint diese Zeit wie eine seltene Phase körperlicher und psychischer Entlastung nach Monaten permanenter Bewegung durch Spanien.

Zugleich wird Pau zu einem Ort der Verdichtung: frühere Reisen nach Bilbao und Madrid, Erinnerungen an Granada und Almería, medizinische Unsicherheit, neue Begegnungen und die langsame Ahnung, dass sich hier eine eigene visuelle Sprache stabilisiert. Später wird genau dieses Gefühl in Paris erneut auftauchen und direkt in Texte und Wandzeichnungen übergehen.

  • Nachtgänge: Hédas-Unterführungen mit Lichtprojektionen
  • Formen als Vorbilder: Kabelnetze, Spinnennetze, Bauschuttrutsche
  • Mehrschichtiges Gehen: Stadt über Landschaft, Erinnerung über Gegenwart
  • Provisorisches Atelier: Denkraum statt Studio
  • Verdichtungspunkt: visuelle Sprache stabilisiert sich

Pau III: Abschiede, Zeichen und letzte Umläufe

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Chronologische Fotoserie aus den letzten Tagen in Pau im August 2023: eine sitzende Frauenfigur an einer wasserumgebenen Struktur, nächtliche Veranstaltung auf dem Place Clemenceau mit leuchtenden Kugeln und geometrischer Lichtinstallation, Billardspiel mit dem Hotelrezeptionisten am letzten Abend, Frühstücksszene im Hotel am Abreisetag, Straßenszene vor einem Dessousgeschäft mit wartendem Mann und vorbeigehender Frau, rote Schriftzüge auf einer Treppe mit Bezug auf Freiheit und Leben sowie urbane Detailaufnahmen von Metallstrukturen, Zeichen und kreuzartigen Formen im Stadtraum. Die Serie bewegt sich zwischen Abschiedsstimmung, Alltagsbeobachtung und symbolischen Fragmenten des öffentlichen Raums.

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Die letzten Tage in Pau wirken ruhiger und zugleich verdichteter. Die Spaziergänge werden langsamer, die Beobachtungen genauer. Figuren, Schilder, Lichtkörper und beiläufige Szenen beginnen wie Zeichen zu funktionieren, fast als würde die Stadt selbst kleine Kommentare hinterlassen.

Am Place Clemenceau verwandelt sich der Abend in eine leuchtende Geometrie aus Musik, Menschen und schwebenden Kugeln. Danach folgt das Hotel, Billard mit dem Rezeptionisten David und die eigentümliche Nähe, die an Orten entsteht, an denen man nur kurz lebt und trotzdem einen Rhythmus entwickelt.

Der Abreisetag beginnt mit dem immer gleichen Frühstück, das inzwischen Teil einer Routine geworden ist. Auch banale Straßenszenen erhalten Gewicht: ein Mann vor dem Unterwäschegeschäft, eine vorbeigehende Figur, Körperhaltungen zwischen Wartemoment und Verlorenheit.

Zum Ende hin verdichten sich die Bilder zunehmend zu Symbolen. Schriftzüge auf Treppen, kreuzartige Metallformen, urbane Markierungen und architektonische Fragmente lösen sich beinahe von ihrer ursprünglichen Funktion und erscheinen wie Bestandteile eines visuellen Alphabets.

Die Serie endet nicht mit einem eigentlichen Abschluss, sondern mit Zeichen im Stadtraum. Als würde Pau weniger verlassen als in ein inneres Archiv verschoben werden.

  • Place Clemenceau: Abendveranstaltung, leuchtende Kugeln, Lichtinstallation
  • Letzter Abend: Billard mit Rezeptionist David
  • Abreisetag: Frühstücksroutine, Straßenszenen
  • Urbane Zeichen: Schriftzüge, Kreuze, Metallstrukturen als visuelles Alphabet
  • Abschluss: Pau wird ins innere Archiv verschoben, nicht verlassen
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