Yucatán – Prolog
Endlich angekommen.
Der Weg über den Atlantik war ein Prüfstein, ein Albtraum aus Wiederholungen. Immer dieselbe Schranke, derselbe Widerstand, als wollte die Welt testen, ob ich wirklich hinüber will.
Der Körper
Im Nomadenleben bleibt nur eine Heimat zurück: der eigene Leib.
Was früher Fegefeuer war, ist jetzt Fundament.
Schicht um Schicht wächst etwas, das trägt – langsam, hitzig, organisch.
Lebensaft dringt in Sackgassen, öffnet Räume, die lange verschlossen waren.
Die Stationen
Zwei Gestalten im Wald, getrennt und doch verbunden.
Eine Kluft, die durchschritten werden muss.
Über das Meer zurück zu den Orten, an denen Erinnerung glüht wie Kohle in schwarzer Nacht.
Die Prüfung
Aus einem Bild wurden zwei Leben.
Aus der Nacht die helle Not.
Eine Kette aus Schmerzen, die sich ohne Wind bewegte, ein Auge aus Kohle, fragil und wachsam.
Der Körper verkrampft, das Warten stumpf, das Wiederholen unerbittlich.
Flammen
Winter, Einsamkeit, der infernale Blick nach innen.
Neue Länder entstehen – warm, farbverhüllt.
Geduld und Verzicht formen eine ganze Frau.
Rinde splittert, Atem wird verschlungen, Wege des Scheiterns verwandeln sich in Lichtbahnen:
Blau, Kristall, Gold, Grün, Tanne, Rot, Herbst.
Der Zauber
Ein Käfig, ein Zittern.
Das Gepäck schwer, das Jetzt leicht und voller Dornen.
Schwäche brütet in Nestern des Herbstes, zwischen goldenem Licht und blauen Bergen aus Schnee.
Ein Beginn
Nach dem Schluss der Neuanfang.
Nach Geduld und Schweiss ein Aufstieg:
Herzen heben ihre Träger über die Schranke, öffnen Rück-, Vor- und Seitenwege.
Die Türen
Tore in der Warte, verschweisst zu einer Einheit.
Blätter fremder Häupter strecken ihre Nacken dem Licht entgegen.
Eine Brücke durch die Schatten goldener Wälder,
ein Körper, der für unbekannte Länder neu zusammengesetzt wird.
Räume in tiefen Erdschichten – blau gekachelt, herb duftend – führen zurück zu dir,
zu dem Kind, das nicht wusste, was in ihm wohnte.
Ein Bahnhof. Eine Schranke. Ein Gate.
Jahrelanges Verpassen.
Und jetzt: Gelungen.
Die Kreise brennen in einer einzigen Linie.
Aus ihr wachsen neue Reiche.
Wir beginnen neu zu atmen, zu sehen, zu wagen.
Der glühende Sommer senkt sich zur Erde –
und daraus entsteht unser ewiger Winter.
