Exil 3 beginnt: Aufbruch aus der Halle

Mein Atelier ist eine alte Industriehalle – ohne Heizung, ohne Isolation. Im Winter ist es hier so kalt wie draußen, oft um die null Grad. 2023 bin ich deshalb in mein erstes ‚Heizungsexil‘ gegangen: weg von Graz, Kunst sehen, Netzwerken und schlicht überleben.

Nebliger Waldausschnitt mit rostroten Tönen, digital verfremdet

Jetzt, ein Jahr später, beginnt Exil 3. Dieses Mal nicht nur aus Notwendigkeit, sondern auch, um Kreise zu schließen: Ich habe meine Mutter seit 13 Jahren nicht gesehen. Sie lebt in Austin, Texas, und von Mexiko-Stadt fährt ein Bus für 100 Euro direkt dorthin.

Der Flug nach Mexiko ist günstig, und das Leben dort erschwinglich. Ich will nach Los Angeles – wegen der Kunstszene. Wenn es meine Kasse erlaubt, vielleicht auch nach New York im Winter.

Und dann ist da Jerome, Arizona: Eine Geisterstadt, die ich 1999 mit meiner Mutter besuchte. Damals war meine Geschlechtsdysphorie kaum auszuhalten, aber dieser Ort hat sich eingebrannt. Ich will ihn wiedersehen.

Im März kehre ich zurück nach Graz. Wenn das Atelier dann noch frei ist – und die Breakdance-Gruppe die Nebenhalle nicht übernimmt – male ich weiter. Exil 3 ist kein Ende, sondern ein weiterer Anfang..

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