Cordoba → Malaga → Nerja – Exil 1

Córdoba

Datum: ca. 4–5 Tage, 2024 (Rückblick auf 2016)

Córdoba war ein wichtiger Ort, um alte Erfahrungen noch einmal zu reflektieren. Es regnete viel, die Straßen waren feucht, und ich machte ausgedehnte Touren, um alte Orte zu sehen und meine frühere Haut, meine alte Präsenz, wiederzufinden. Hier endete die Reise 2016 offiziell: Ich brachte die Gruppe mit dem Bus zum Flughafen Malaga und verabschiedete mich innerlich von dieser Phase. Zwei Nächte zuvor, in Palma del Rio, hatte ich beschlossen, mir drei Tage nur für mich zu nehmen und alles zu machen, was ich wollte. Dieser Moment markierte den Beginn einer bewussten Selbstbestimmung.

Malaga (kurzer Zwischenstopp)

Malaga war nur eine kurze Station. Ich kam mit dem Zug aus Córdoba, übernachtete eine Nacht, erkundete ein wenig die Stadt, stellte aber schnell fest, dass alles zu teuer war und die Unterkünfte nicht passten. Ich organisierte meinen Weitertransport mit dem Bus nach Nerja und bereitete mich mental auf den Aufenthalt dort vor.

Nerja

Datum: ca. 3 Monate, 2024

Nerja ist ein Ort, zu dem ich viele persönliche Verbindungen habe. Schon als Kind kam ich hierher, später immer wieder im Abstand von einigen Jahren. Erste Erinnerungen reichen zurück bis 2005/2006, über Trampen durch Spanien, Besuche bei Freundinnen und Praktika in der Gegend. Die Rückkehr 2016 war geprägt von Selbstfindung, Experimenten mit Frauenkleidung und ersten Erfahrungen als Frau.

2024 war ich für etwa drei Monate dort, bewusst allein, um diese alten Routen wiederzubegehen und alte Kreise zu schließen. Ich lebte im Hostel Del Sol in der Altstadt, was mir eine zentrale Basis gab, die Stadt, die Strände und das Leben der Einheimischen intensiv zu erleben. Ich spazierte am Strand entlang, lernte die Altstadt genau kennen und erkundete jeden Winkel, den ich aus früheren Besuchen kannte.

Ein wichtiger Teil war das Shopping in Malaga: Frauenkleidung kaufen, ausprobieren und in Nerja die erste Nacht in Frauenkleidung verbringen – eine emotional und körperlich intensive Erfahrung, die mir half, alte Fetische-Erfahrungen zu reflektieren und Schritt für Schritt zu überschreiben. Ich begegnete Verehrern, aber auch Menschen, die misstrauisch waren, weil sie spürten, dass ich nicht vollständig die Frau der Gesellschaftsvorstellung war. Diese Begegnungen waren lehrreich und intensiv.

In Nerja lernte ich auch interessante Menschen kennen, darunter einen Straßenmusiker, der Flamenco sang. Über ihn traf ich Doris, eine Sammlerin, die meine Bilder erwarb und zu einer wichtigen Bezugsperson für meine künstlerische Arbeit wurde. Während der drei Monate baute ich sowohl persönliche als auch kreative Routinen auf: malen, beobachten, Kontakte knüpfen, und die Gegend in- und auswendig kennenlernen.

Der Aufenthalt in Nerja war eine Mischung aus Reflexion, Selbstbestätigung, kreativer Arbeit und persönlichen Begegnungen. Die Kombination aus Strand, Altstadt, Hostelleben, Shopping, künstlerischen Begegnungen und der bewussten Rückkehr an diese Orte half mir, die Transformation als Frau weiter zu festigen, alte Erfahrungen zu überschreiben und neue Perspektiven für die Zukunft zu gewinnen. Nerja wurde so ein zentraler Punkt in Exil 1, der Erinnerung, Reflexion und persönliche Entwicklung verbindet.

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