Berlin

Exil 02 – Berlin

Berlin – Prüfung und Durchhalten

Berlin became the biggest test of the journey. Between hostels, galleries and uncertainty, every day moved between exhaustion and persistence. Old dreams met harsh realities, forcing decisions about how to continue.

Ankunft und Erwartung

Berlin war der zentrale Punkt dieser Reise. Drei Jahre zuvor hatte hier ein entscheidendes Gespräch stattgefunden, das den Wunsch verstärkte, ernsthaft als Künstlerin weiterzugehen. Nun sollte sich zeigen, ob sich seitdem etwas verändert hatte. Das neue Portfolio sollte entstehen, Kontakte sollten erneuert oder neu geknüpft werden, und die Stadt wurde zur Bühne einer inneren Prüfung.

Potsdam und ein geschlossener Kreis

Gleich nach der Ankunft ging es nach Potsdam zum Schloss Sanssouci. Als Kind hattest du dieses Schloss gezeichnet – ein Moment, der rückblickend als früher Auslöser deiner künstlerischen Wahrnehmung erscheint. Jahrzehnte später dort zu stehen, war kein touristischer Besuch, sondern ein persönlicher Kreisschluss. Ein ruhiger Moment, bevor die anstrengende Berliner Phase begann.

Leben zwischen Hostels

Mehrere Hostels bestimmten den Alltag. Große Schlafsäle, wechselnde Zimmer, fremde Menschen, wenig Privatsphäre. Einige Orte waren laut und chaotisch, andere brachten neue Bekanntschaften und Gespräche. Begegnungen mit Reisenden, Musikern und Studierenden entstanden, manchmal nur für wenige Tage, aber intensiv genug, um Spuren zu hinterlassen.

Zwischendurch gab es auch Überforderung. Ein besonders schlechter Hostelaufenthalt brachte einen Moment, in dem alles sinnlos erschien und der Wunsch entstand, einfach abzubrechen. Erst die aufmunternden Worte eines Mitarbeiters, selbst Künstler, halfen, weiterzumachen und den Fokus wiederzufinden.

Galerien und Realität

Tage und Abende wurden mit Galeriebesuchen, Ausstellungseröffnungen und Museumsrunden verbracht. Gespräche ergaben sich, aber oft blieb die Atmosphäre distanziert. Viele Künstler kämpfen selbst um Sichtbarkeit, Galeristen stehen unter Druck, und die Szene wirkt hart und erschöpft.

Trotzdem gelang es, das eigene Portfolio anzubieten und Kontakte zu erneuern. Nicht alles führte weiter, manches verlief im Sand, doch der wichtige Schritt bestand darin, überhaupt wieder vor diesen Türen zu stehen.

Nächte, Bewegung und Arbeit

Mit dem Deutschlandticket wurde die Stadt ständig durchquert. Lange Fahrten, nächtliche Wege, Zeichnungen in Cafés und Bars, Gespräche mit Fremden. Berlin wurde weniger ein Ort als ein Zustand permanenter Bewegung zwischen Hoffnung, Müdigkeit und Durchhalten.

Abschied und Weiterreise

Am Ende brachte Berlin keinen Durchbruch, aber eine klare Erkenntnis: Der Weg bleibt schwierig, doch er wird weitergegangen. Mit neuen Begegnungen im Gepäck ging die Reise schließlich weiter Richtung Leipzig.

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